Wenn ein Glas Wasser randvoll ist, dann geht doch nichts mehr hinein, oder?

Versuche es selbst! Und finde heraus, was das mit "Wasserläufern" zu tun hat, die Du unten siehst. Wasserläufer sind kleine Insekten, die auf der Wasseroberfläche von Seen und Teichen laufen können.

Wir haben vor einigen Monaten schon einmal ein ähnliches Experiment gemacht, dieses Mal schauen wir noch etwas genauer hin. Du brauchst vielleicht sogar eine Lupe, damit Du alles gut erkennen kannst!

Lade hier die Anleitung herunter!

 
CC BY-SA 2.1 jp (ISAKA Yoji)

Erklärung

Wasser hat eine "Oberflächenspannung". Die Oberfläche einer Flüssigkeit verhält sich ähnlich einer gespannten, elastischen Folie. Wir können das mit der Haut auf einem Pudding vergleichen. Dieser Effekt ist zum Beispiel die Ursache dafür, dass Wasser Tropfen bildet, weil die Oberflächenspannung das Wasser zusammenhält, wenn es fällt.

Wodurch entsteht diese Spannung? Wasser besteht auf kleinen Teilchen, den Molekülen. Diese Teilchen ziehen sich gegenseitig an. Im Inneren des Wassers wird ein Teilchen aus allen Richtungen gleich stark angezogen und spürt also im Ganzen keine Kraft (außer der Schwerkraft, der Anziehungskraft der Erde). Es kann sich also frei bewegen. An der Oberfläche aber spürt ein Teilchen keine Kraft nach oben, nur nach unten und zur Seite. Nach unten kann es aber nicht, weil da schon viele andere Teilchen sind, der Wasserdruck hält es an der Oberfläche. Durch die Seitenkräfte entsteht die Oberflächenspannung.

Stell' Dir vor, Du bildest eine Kette mit Deinen Freunden. Ihr haltet Euch an den Händen. Wenn dann ein Kind im Spiel von vorne durch die Kette will, wird es das kaum schaffen, wenn Ihr Euch gut an den Händen festhaltet. Genauso machen das auch die Teilchen an der Wasseroberfläche.

Auf dieser geradezu gespannten Oberfläche können z.B. leichte Insekten laufen. und trägt dazu bei, dass einige Insekten über das Wasser laufen können oder unser Zahnstocher liegen kann. Er schwimmt daber kauml, der Großteil des Gewichtes wird von der Oberflächenspanung getragen. Spülmittel oder Seife zerstört die Oberflächenspannung (siehe das Seifenboot). Sobald wir also Spüli ins Wasser geben, sinkt der Zahnstocher ein gutes Stück tiefer. Sein ganzes Gewicht liegt jetzt im Wasser (und nicht mehr auf dem Wasser), er schwimmt vollständig.

Die Oberflächenspannung ist so stark, dass sogar Metall (im Bild eine Büroklammer) auf der Oberfläche liegen kann. Eine Büroklammer kann ja nicht schwimmen, und dennoch geht sie nicht unter!